Lokale KI heißt: Das Sprachmodell läuft auf einem Server, den Sie kontrollieren, und Ihre Daten verlassen das Haus nicht. Das ist für viele Unternehmen der entscheidende Punkt. Laut Bitkom nennen 66 Prozent der Unternehmen, die KI bereits nutzen, Datenschutzanforderungen als Hemmnis, 45 Prozent sorgen sich, dass Unternehmensdaten in falsche Hände geraten. Offene Modelle sind inzwischen so gut, dass sie viele Alltagsaufgaben zuverlässig erledigen. Für sehr anspruchsvolle Aufgaben liegen große Cloud-Modelle weiter vorn.
Wie funktioniert lokale KI?
Offene Modelle, deren Gewichte frei verfügbar sind, laufen auf eigener Hardware. Bekannte Familien sind etwa Llama, Mistral, Gemma, Qwen oder die offenen Modelle von OpenAI. Mit einem Werkzeug wie Ollama lassen sie sich auf einem Server installieren und betreiben. Darüber kommt eine Oberfläche, über die Ihr Team wie gewohnt chattet, zum Beispiel Open WebUI. Auch Automatisierungen, etwa in n8n, können das lokale Modell nutzen.
Was können lokale Modelle gut?
- Texte zusammenfassen und Entwürfe schreiben
- Ihre eigenen Dokumente durchsuchen und Fragen dazu beantworten
- Anfragen und E-Mails einordnen
- Angaben aus Belegen und Formularen auslesen
- Texte übersetzen und umformulieren
Gerade bei diesen Aufgaben spielen vertrauliche Daten oft eine Rolle, etwa Verträge, Kundendaten oder interne Zahlen. Genau dort zahlt sich lokale KI aus.
Wo liegt die Cloud vorn?
Bei komplexem Schlussfolgern über viele Schritte, bei sehr langen Dokumenten und bei den neuesten Fähigkeiten sind die großen Cloud-Modelle meist stärker. Der Abstand wird kleiner, er ist aber da. Viele Unternehmen fahren deshalb gut mit einer Mischform: Sensible Daten bleiben lokal, unkritische Aufgaben laufen bei einem Cloud-Anbieter mit Vertrag zur Auftragsverarbeitung und Verarbeitung in der EU.
Welche Hardware brauchen Sie?
Kleine Modelle laufen schon auf einem normalen Server, allerdings langsam. Damit mehrere Personen flüssig arbeiten können, braucht es eine Grafikkarte mit ausreichend Speicher. Wie groß der Server sein muss, hängt davon ab, welches Modell Sie nutzen und wie viele Menschen gleichzeitig damit arbeiten. Das lässt sich vorab testen, bevor Sie Geld ausgeben.
Rechnet sich das?
Bei der Cloud zahlen Sie pro Nutzung, bei lokaler KI vor allem für den Server, egal wie viel Sie damit arbeiten. Laut Bitkom ist Infrastruktur wie Cloud und Rechenleistung für 51 Prozent der KI-Anwender ein großer Kostenpunkt. Lokal lohnt sich deshalb vor allem bei regelmäßiger, hoher Nutzung oder wenn Daten das Haus aus rechtlichen Gründen nicht verlassen dürfen. Wie Sie das vorab durchrechnen, zeigt Was kostet KI im Unternehmen?.
Vier Fragen für Ihre Entscheidung
- Arbeiten Sie mit Daten, die nicht zu einem externen Anbieter dürfen?
- Nutzt Ihr Team KI täglich oder nur gelegentlich?
- Reichen Ihnen gute Ergebnisse bei Alltagsaufgaben, oder brauchen Sie die stärksten Modelle?
- Gibt es jemanden, der den Server betreut, oder übernimmt das ein Partner?
Wir betreiben selbst Modelle über Ollama und einen eigenen KI-Chat, auf Servern in Deutschland. Einen Überblick über unsere Werkzeuge finden Sie auf der Seite Unser Stack.
Quellen
- Bitkom: Erstmals nutzt die Mehrheit der Unternehmen KI (14. September 2026)
- Ollama
- Open WebUI