MCP, kurz für Model Context Protocol, ist ein offener Standard, über den KI-Assistenten die Werkzeuge und Daten anderer Programme nutzen können, etwa aus Ihrem CRM, Ihrer Projektsoftware oder Ihrer Buchhaltung. Anthropic hat MCP im November 2024 vorgestellt. Seit Dezember 2025 gehört der Standard zur Agentic AI Foundation unter dem Dach der Linux Foundation, die Anthropic, Block und OpenAI gemeinsam gegründet haben. Zum Start der Stiftung gab es bereits über 10.000 veröffentlichte MCP-Server.
Welches Problem löst MCP?
Ohne einen gemeinsamen Standard braucht jeder KI-Assistent für jedes Programm eine eigene Anbindung. Bei fünf Assistenten und zwanzig Programmen sind das hundert Einzellösungen, die alle gepflegt werden müssen.
Mit MCP stellt ein Programm einmal einen sogenannten MCP-Server bereit. Jeder Assistent, der MCP versteht, kann ihn nutzen, ähnlich wie ein einheitlicher Stecker, der in jede passende Buchse passt.
Wie funktioniert MCP?
Es gibt zwei Seiten:
- Der MCP-Server sitzt beim Programm und bietet Werkzeuge an, zum Beispiel „Projekte suchen“, „Zeiten buchen“ oder „Budget abfragen“. Er prüft bei jeder Anfrage, ob sie erlaubt ist.
- Der MCP-Client ist der KI-Assistent oder eine Automatisierung, etwa Claude, ChatGPT oder ein Workflow in n8n. Er fragt den Server, welche Werkzeuge es gibt, und ruft sie mit den passenden Angaben auf.
Für Ihr Team sieht das so aus: Jemand schreibt im Chat „Buche zwei Stunden auf das Projekt Website-Relaunch“. Der Assistent findet das Projekt über den MCP-Server, bucht die Zeit und bestätigt.
Wie sieht das in der Praxis aus?
Wir haben einen eigenen MCP-Server für die Projektsoftware Moco entwickelt. Damit kann ein KI-Assistent Projekte suchen, Zeiten buchen und den Budgetstand abfragen, mit genau den Rechten, die wir freigeben. Den Code haben wir auf GitHub veröffentlicht.
Worauf sollten Sie bei der Sicherheit achten?
Ein MCP-Server öffnet ein Programm für die KI. Deshalb gelten ein paar Regeln:
- Rechte so knapp wie möglich: Wo Lesen reicht, gibt es kein Schreiben.
- Freigabe für wichtige Aktionen: Buchungen, Löschungen oder Zahlungen bestätigt ein Mensch.
- Nur vertrauenswürdige Server: Fremde MCP-Server können versteckte Anweisungen an die KI einschleusen. Nutzen Sie nur Server, deren Herkunft Sie kennen.
- Zugangsdaten sicher ablegen: Schlüssel nicht im Klartext speichern, Zugänge mit Ablaufdatum vergeben.
- Protokollieren: Jeder Aufruf wird gespeichert und lässt sich nachvollziehen.
Wann lohnt sich ein eigener MCP-Server?
Für viele bekannte Programme gibt es bereits fertige MCP-Server. Ein eigener lohnt sich, wenn Ihr Team täglich mit einem KI-Assistenten arbeitet und Daten aus einem System braucht, für das es noch keine Anbindung gibt, oder wenn Sie genauer steuern wollen, was die KI darf. Wie MCP mit Agenten zusammenspielt, erklären wir in KI-Agenten im Mittelstand.
Quellen
- MCP-Blog: MCP joins the Agentic AI Foundation (9. Dezember 2025)
- Agentic AI Foundation: Gründung der AAIF
- Offizielle MCP-Dokumentation